Gesprächskontakte
Gemeinsame Gespräche zwischen Klient und Betreuer bilden ein wesentliches Element unserer Betreuung.
Hierbei werden in erster Linie aktuelle Sachverhalte thematisiert, die im Alltagsgeschehen des
Betreuten von Bedeutung sind und seinen unmittelbaren Tagesablauf betreffen. Häufig steht hierbei
eine Beratung im Vordergrund.
Konflikte im sozialen Milieu machen es manchmal erforderlich, Paargespräche bzw. Familien- und
Angehörigengespräche zu führen, bei denen unsere Mitarbeiter moderieren und konfliktlösend
eingreifen können. Dies gilt auch für eventuelle Konflikte mit Nachbarn oder dem Vermieter,
wo es manchmal notwendig ist, die Lage zu entschärfen und auf eine Befriedung zwischen den
Parteien hinzuwirken.
Der geschützte Rahmen eines vertrauensvollen Gespräches kann dem Betreuten die Möglichkeit bieten,
über persönliche Belange, seinen Umgang mit bestimmten Dingen oder seine Verhaltensweisen gegenüber
anderen Menschen zu reflektieren, und ggf. den eigenen Standpunkt zu überdenken und
Handlungsalternativen zu finden. Das hierzu nötige Vertrauen des Klienten gegenüber dem Betreuer
erfordert eine hohe Kompetenz des Mitarbeiters und die Fähigkeit, eine professionelle und
tragfähige Beziehung aufzubauen.
Gespräche über die eigene Erkrankung sind oft schambesetzt. Unser Ziel ist es, eine vertrauensfähige
Beziehung zu unseren Klienten aufzubauen, die es ermöglicht, miteinander die Behinderung zu
thematisieren und schrittweise annehmen zu lernen. In Gesprächen über die Biografie, die
eigenen Verhaltensweisen und der Reflektion und Einordnung von Reaktionen seiner Mitmenschen
kann häufig eine Transparenz erzielt werden, die es dem Klienten ermöglicht, die eigene Person
so anzunehmen, wie sie ist. Das Betreute Wohnen ersetzt jedoch keine Therapie, und wird daher bei
entsprechender Notwendigkeit den Klienten an einen Therapeuten oder eine Therapeutin weiter
vermitteln.
Die Entwicklung einer individuellen Lebensperspektive ist mitunter auch ein Thema für unsere
Klienten, bei der wir beratend und mit der Eruierung von Möglichkeiten tatkräftig zur Seite
stehen. Häufig sind hierbei Ängste im Vordergrund, aber auch mitunter die eigene Behinderung.
An dieser Stelle gilt es, den Hilfesuchenden zu ermutigen, und Ängste zu nehmen, aber auch mit
wertschätzender Haltung die Perspektiven auszuloten, und vor eventuellen übersteigerten und
unrealistischen Vorstellungen zu warnen. Ist eine tragfähige Perspektive gefunden, wird der
Klient bei der schrittweisen Umsetzung von uns begleitet.

